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um 280 Probus, damals römischer Kaiser, erlaubt den Germanen wieder ihren eigenen Weinbau und macht sich dadurch beim Volk sehr beliebt. Er war ein außerordentlicher Förderer des Weinbaus. Unter ihm ergrünten die Hügel entlang des Rheins und seiner Nebenflüsse mit frischem Rebenlaub. Probus selbst hatte noch hochfliegendere Pläne. Er wollte, nach Friedensschluß und Sicherung des Reiches, aus seinen Soldaten Landarbeiter machen. Als diese das vernahmen, erschlugen sie ihn kurzerhand, weil ihnen das gewohnte Kriegsgeschäft als die leichtere Arbeit erschien. Probus war sozusagen der erste, der "Schwerter zu Pflugscharen" machen wollte. um 500 Die Germanen nahmen von den Römern nicht nur den Wein, sondern auch die Trunk(un-)sitten an. So berichtet Presbyter Salvian aus Trier: "Die Triergauer lagen schwelgerisch beim Wein, wie die Ehrversessenen im Rausche, gänzlich aufgelöst, rasend in Bacchus. Und zuletzt steigerte sich ihre Weinlust derartig, daß nicht einmal die Vornehmsten sich vom Saufe erhoben, wenn die Feinde in die Stadt einbrachen." um 800 Karl der Große war ein bedeutender Förderer des Weinbaus; er ließ Musteranlagen pflanzen, suchte nach neuen Rebsorten und befahl umfangreiche Neuanlagen von Weinbergen. Auch suchte er, durch eigenes gutes Beispiel, die germanische Trinklust etwas zu dämpfen. Deshalb trank er nach Berichten von Einhardt, einem engen Freund, "... selten mehr als drei Becher bei Tische." Der Weinbau hat sich bis nach England ausgedehnt. Insbesondere Klöster pflegten den Weinbau und die Kellerwirtschaft. Auch in Heilbronn am Neckar wird nun Wein angebaut. um 1000 Der Weinbau dringt bis nach Sachsen vor. Urkundlich belegt ist er zu dieser Zeit in den Stiften Meissen, Magdeburg und Merseburg. Die klimatischen Bedingungen zu dieser Zeit waren wohl besser als heute, ansonsten hätten sich die Trauben nicht zur Reife entwickeln können. um 1200 Es entwickelt sich eine gesittetere Weinkultur. Saufen im Übermaß galt als unschicklich. Es ist die hohe Zeit der romanischen und gotischen Dome, der Ritterburgen, des Minnesangs und der Mystik. Wein spielt auch hier eine zentrale Rolle, wie die Eingangsverse der "Carmina Burana" zeigen: "Nur bei vollem Becher flammt auf des Geistes Leuchte, Bacchus hochwillkommner Gast, trauter, benedeiter, mein Begehr und Willen ist, in der Kneipe sterben." um 1400 Die Landesherren erheben erstmals Weinzölle und Abgaben. In den Weinbauern, die ohnehin harte Arbeit verrichten mußten, mag dies arge Verbitterung ausgelöst haben. um 1600 In dieser Zeit erreicht der Weinbau seine größte flächenmäßige Ausdehnung in Deutschland. Sogar auf der Schwäbischen Alb gedeiht der Rebensaft. Wein ist das Volksgetränk Nr. 1. Reichliche Weinjahrgänge taten ein übriges, um eine wahrhaft weinselige Zeit in Deutschland auszulösen. Es folgte jedoch der Dreißigjährige Krieg und vernichtete fast überall Weinberge und Weinkeller. Ganze Weinorte wurden ausgerottet. Die Rebfläche in Deutschland beträgt heute nur noch 1/3 der damaligen Anbaufläche. |