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Rebsorten

Ein kleiner Führer durch die wichtigsten Rebsorten im deutschen Weinbau: Die Rebe bestimmt wesentlich Duft und Geschmack des Weines. Weltweit gibt es ein paar tausend Rebsorten, doch nur etwa 200 eignen sich zum Qualitätsweinbau.
In Deutschland bestimmen kaum zwei Dutzend traditionelle Weiß- und Rotweinsorten die Weinlandschaft. Beim Weißwein sind dies insbesondere der Riesling, Silvaner, Müller-Thurgau, Weiß- und Grauburgunder; bei Rotweinen dominieren die Sorten Spätburgunder, Trollinger, Lemberger und Portugieser.

Rotweinsorten

trolling

Trollinger (Groß Vernatsch)
Abstammung:
Urheimat des Trollingers ist Südtirol. Daraus leitet sich auch der Name ab: "Tirolinger". Heute fast ausschließlich in Württemberg angebaut.
Rebe:
Hellgrünes Laub, sehr kräftiger Wuchs. Anfällig gegen Pilzkrankheiten und Frost. Die Trauben sind sehr groß mit dicken, fleischigen Beeren. Wird auch gerne als Tafeltraube gegessen.

Weincharakter:
Ein leichter, fruchtiger Zechwein, der in der Farbe zwischen Lachs- und Rubinrot variiert. Schwäbisches Nationalgetränk. Gute Trollinger schmecken "saftig" und werden leicht gekühlt getrunken. Paßt zum Vesper, aber auch hervorragend zu italienischer Pasta.

Muskattrollinger
Abstammung:
Im Jahre 1836 erstmals erwähnt. Wurde damals im "Gemischten Satz" mit anderen Rebsorten angebaut. Stammt vermutlich vom Muskateller ab.
Rebe:
Hellgrünes Laub, Blätter haben einen stark gezackten Rand. Reift sehr spät, große Trauben mit länglich-ovalen Beeren.
Weincharakter:
Fruchtiger, hellroter Wein mit ausgeprägtem Muskataroma. Seltene Spezialität, eignet sich zu Vorspeisen und zu Desserts.

schwzri

Schwarzriesling (Müllerrebe, Pinot Meunier)
Abstammung:
Ursprünglich aus dem Burgund. Seit 400 Jahren nachweisbar. Durch Auslesezucht von Schneider (Heilbronn) und Herold (Weinsberg) deutliche Qualitätsverbesserung. Nicht mit dem Weißriesling verwandt.
Rebe:
Dunkelgrünes Laub, die Triebspitzen sind weißlich behaart und sehen wie mit Mehl bestäubt aus. Daher auch die Bezeichnung "Müllerrebe". Trauben sind kompakt und kleinbeerig.

Weincharakter:
Ein warmer, aromatischer Wein. Die Farbe, ein leuchtendes Rubinrot mit einigen Braunreflexen. Paßt zu cremig-feinen Suppen, Schweinefleisch, Lamm oder mildem Käse.

lemberge

Lemberger (Blaufränkisch)
Abstammung:
Vermutlich schon von Karl dem Großen selektioniert. Nachweisbar im 18. Jahrhundert in Österreich. Später dann nach Deutschland eingeführt.
Rebe:
Hellgrünes Laub. Kräftige Blätter mit glatter Oberfläche. Im Frühjahr die erste Sorte die austreibt, deshalb sehr von Spätfrost gefährdet. Die Beeren besitzen eine kräftige Schale.

Weincharakter:
Kräftiger Rotwein, eine der edelsten Sorten die in unserer Region wachsen. Sehr lagerfähig, hervorragender Begleiter zu Wildgerichten. Aber auch z.B. als Auslese zu schwarzer Herrenschokolade. Ein ausgezeichneter Wein, auch um nach dem Abendessen die Tischgespräche anzuregen. In Schwaben ist auch die Mischung Trollinger plus Lemberger bekannt und beliebt (Kurzform: "TL").

Dornfelder
Abstammung:
Züchtung der Weinbauschule zu Weinsberg aus den 60er Jahren. Kreuzung zwischen Helfensteiner und Heroldrebe.
Rebe:
Sehr kräftiger Wuchs. Große, tief dunkelgrüne Blätter, die im Herbst sehr schöne Farbtöne annehmen. Trauben sind groß und lockerbeerig, reifen sehr früh.
Weincharakter:
Tiefviolette, dichte Farbe. Edler Rotwein mit viel Körper und Duft. Hervorragend für den Ausbau im kleinen Holzfass (Barrique) geeignet.

Samtrot
Abstammung:
Eine natürliche Mutation des Schwarzrieslings. Von Schneider (Heilbronn) entdeckt. Von Herold in der Weinbauschule zu Weinsberg weitergezüchtet.
Rebe:
Blätter haben die für Burgunderarten typische rauhe Oberfläche. Kleine, kompakte Trauben. Relativ niedriger Ertrag, dafür bessere Qualität.
Weincharakter:
Rubinrote bis dunkelrote Farbe. Im Geschmack, weil´s so naheliegt, möchte man das fast nicht verwenden: "samtig" - warm und vollmundig. Wird gerne nach Tisch in gemütlicher Runde getrunken.

clevner

Clevner
Abstammung:
Mutation des Spätburgunders, wird nur in Heilbronn und Umgebung angebaut.
Rebe:
Sehr aufrechter Wuchs, kleine, sehr kompakte Trauben. Manchmal drücken die Beeren so eng aneinander, daß sie aufplatzen.

Weincharakter:
Mystisches Rubinrot, ein eleganter, harmonischer Wein. Paßt hervorragend zu gebratenem Fleisch oder kurzgeräuchertem und gebratenem Fisch.

spatburg

Spätburgunder (Pinot Noir)
Abstammung:

Der Urvater der Burgunderreben. Eine der ältesten Kulturreben der Menschheit, erstmals im Niltal und später im 4. Jahrhundert im Burgund angebaut. Von dort wurde er im 7. Jahrhundert an Rhein und Neckar gebracht.

Rebe:
Eleganter Wuchs, Blätter sind hellgrün und stark strukturiert. Die Beeren sitzen dichtgedrängt aneinander. Neuerdings wird verstärkt eine Variation des Spätburgunders, der Mariafelder, mit lockerbeerigen Trauben angebaut.
Weincharakter:
Dunkelrote Farbe, feines Aroma. Typisch ist ein an schwarze Johannisbeeren oder Brombeeren erinnernder Ton. Solche edlen Weine werden z.B. zu Wild, Wildgeflügel, Gänseleberpastete, aber auch zu Pasta Asciutta und Pizza genossen. Wird auch häufig als Weißherbst ausgebaut. Dabei bleibt die Farbe in den Beerenhülsen zurück und es entsteht ein lachsfarbener, frischer Wein, der besonders in der Sommerzeit gerne getrunken wird.

Weißweinsorten

riesling

Weißer Riesling (Welschriesling, Klingelberger)
Abstammung:
Von rheinischer Wildrebe, die schon 650.000 v.Chr. existierte. Von den Römern kultiviert. Meistangebaute Rebsorte in Deutschland mit 1/3 der Gesamtanbaufläche.
Rebe:
Dunkelgrünes, kräftiges Laub. Die Trauben reifen spät heran, daher ist die Qualität stark vom Jahrgang abhängig. In guten Jahren können exklusive Köstlichkeiten wie Beerenauslesen oder Eiswein erzeugt werden.

Weincharakter:
Goldgelbe, mit Grünreflexen durchsetzte Farbe. Fruchtig-frisch, mit feiner Säure ist der Riesling der deutsche Weißwein überhaupt. Seine Weine werden auch international hochgeschätzt. Klassisch zu Garnelen, Krabben, Lachs als Vorspeise oder Forellen, Schalentieren, Huhn und Schweinefleisch als Hauptgang. Zum Dessert als Spät- oder Auslese mit dienender Restsüße.

muelthur

Müller-Thurgau (Rivaner)
Abstammung:
Bis vor wenigen Jahren wurde angenommen, die Rebe entstamme einer Kreuzung aus Riesling und Silvaner. So gibt es ihr Züchter, ein gewisser Prof. Dr. Müller aus dem Kanton Thurgau in der Schweiz, in seinen Aufzeichnungen wieder. Neue Forschungen haben ergeben, daß es sich um eine Kreuzung aus Gutedel und Silvaner handelt.
Rebe:
Hellgrünes, kräftiges Laub mit schöner Blattform. Die Traubenbeeren sind länglich-oval und sitzen locker am Traubenstiel.

Weincharakter:
Helles goldgelb, bei geringer Säure milde, blumige Weine mit duftigem Bukett. Bei höheren Qualitäten zeichnet sich der Müller-Thurgau durch sein feines Pfirsich-Aroma aus. Wird gerne an heißen Tagen als Schorle getrunken. In besseren Qualitäten auch zu Desserts.

kerner

Kerner
Abstammung:
1
929 gezüchtete Kreuzung aus Trollinger und Riesling. Hat sich in den 70er bis 80er Jahren stark verbreitet.
Rebe:
Dunkelgrünes Laub, starker, buschiger Wuchs. Kernerreben treiben viele sogenannte Geiztriebe. Dies sind Nebentriebe, die aus den zuerst wachsenden Haupttrieben verzweigen. Trauben sehen den Trollingertrauben sehr ähnlich, sind nur etwas kleiner und ohne rote Farbstoffe.

Weincharakter:
Zartes goldgelb, frische, fruchtige Weine, die an den Riesling erinnern. Allerdings hat der Kerner gelegentlich noch einen feinen Muskatton, was das Bukett besonders interessant macht. Kerner bringt im Herbst hohe Mostgewichte, daher können fast jedes Jahr Prädikatsweine geerntet werden. Kerner ist vielseitig einsetzbar, er paßt zu Fisch, hellem Fleisch oder würzigem Käse. Hohe Qualitäten, wie Auslesen, können auch zu süßen Desserts gereicht werden.

Weißer Burgunder (Pinot blanc)
Abstammung:
Mutation aus dem Grauen Burgunder. Bekannt seit dem 14. Jahrhundert. Wurde seit 1700 in den Weinbergen des Burgund angebaut.
Rebe:
Kräftiger Wuchs, kompakte Trauben, die sich auch hervorragend als Tafeltrauben eignen.
Weincharakter:
Feines Aroma, das insbesondere bei trockenem Ausbau sehr schön zur Geltung kommt. Eignet sich auch zum Ausbau im Holzfass. Ideal für die leichte Küche, insbesondere zu grünem Spargel und feinen Gratins.

Grauer Burgunder (Ruländer, Pinot gris)
Abstammung:
Mutation des Blauen Burgunders, gehört zur reichhaltigen Burgunderfamilie. Mutiert selbst leicht weiter; so finden sich häufig an einem Trieb Trauben mit roter, weißer und blauer Farbe. Teilweise sind auch einzelne Traubenbeeren oder Segmente einzelner Beeren mutiert.
Rebe:
Blätter sind ausgeprägt fünfeckig. Dunkelgrünes Laub, kompakte, graurote Trauben.
Weincharakter:
Stets von einem kräftigen Goldgelb, bei hohen Qualitäten kann es sogar Braunreflexe enthalten. Im Geschmack gehaltvoll, feurig, und würzig. Als Ruländer breit und füllig. Hervorragend zu Enten- oder Gänsebraten, Wildgeflügel, hellem Braten mit Sahnesauce und nicht allzu pikantem Käse.

silvaner

Grüner Silvaner
Abstammung:
A
us Kaukasischer Wildrebe kultiviert und im Dreißigjährigen Krieg aus Transsylvanien nach Deutschland gebracht worden. Um 1900 auf ca. 60 % der damaligen Anbaufläche Deutschlands angepflanzt, wurde er später vom Müller-Thurgau weitgehend verdrängt. Es gibt auch eine Variante mit blauen Beeren, sogenannter Blauer Silvaner.

Rebe:
Hellgrüne, kleine, rundliche Blätter. Wegen der milden Säure sind die fleischigen Beeren auch als Tafeltrauben beliebt.
Weincharakter:
Mit vielen Grünreflexen durchsetztes Gelb. Milde, feinfruchtige Weine, die zu jeder Gelegenheit passen. In Spitzenjahren Wein mit viel Körper und weichem Bukett. Silvanerweine sind dezent in der Blume, dafür um so feiner. Paßt zu Süßwasserfischen, hellem Geflügel und Kalbfleisch.

Scheurebe
Abstammung:
Nach ihrem Züchter Georg Scheu benannte Kreuzung zwischen Silvaner und Riesling aus dem Jahr 1956.
Rebe:
Dunkelgrünes, kräftiges Laubwerk, Triebe werden im Spätsommer früh holzig und zeigen eine intensive Braunfärbung.
Weincharakter:
Bringt ausdrucksvolle Weine mit kräftigem Aroma und lebendig-fruchtiger Säure. Bei hoher Reife werden ganz hervorragende Prädikatsweine erzeugt. Insbesondere die hohen Qualitäten eignen sich gut als Aperitif oder Begleiter von Desserts.

traminer

Gewürztraminer (Traminer)
Abstammung:
Zählt zu den ältesten Rebsorten. Als Kulturrebsorte schon von den alten Römern in Oberitalien angebaut.
Rebe:
Buschiger Wuchs, kleinbeerige, rosafarbene Trauben. Hervorragendes Aroma als Tafeltrauben.

Weincharakter:
Leuchtendes goldgelb, er zählt mit dem Riesling zu den edelsten Weinen der Welt. Die milde Säure und sein an Rosenduft erinnerndes opulentes Bukett geben ihm einen unverwechselbaren Charakter. Eignet sich als Aperitif, zu geräuchertem Lachs, Forelle, Felchen oder würzigem Käse. Nicht zuletzt erfreut sich der Gewürztraminer auch bei der Damenwelt besonderer Beliebtheit.

muskat

Muskateller
Abstammung:
Uralte Rebsorte, die nach der Legende schon Noah an Bord seiner Arche hatte. Im 16. Jahrhundert gehörte sie zu den meistgenannten Rebsorten. Heute als Spezialität über die ganze Welt verbreitet.
Rebe:
Scharf gezacktes Laub, ovale Beerenform. Spätreifend, ebenfalls eine ideale Tafeltraube.

Weincharakter:
Die Weine sind fruchtig und haben ein ausgeprägtes Muskataroma, hervorragend auch als Sekt! Man trinkt ihn gerne in geselliger Runde oder zu einem Dessert mit frischen Früchten.

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